Der substanzabhängige Arzt ist bis heute, insbesondere in Deutschland, ein Tabuthema, wenngleich eine geschätzte Anzahl von über 25.000 Betroffenen den dringenden Bedarf an Beratung und professionellen Hilfsangeboten deutlich macht.

ASA-Hilfe will die Problematik suchtkranker Ärzt/e/innen aufgreifen und mit einem speziellen, auf unsere Berufsgruppe ausgerichteten Hilfsangebot dieser Not Rechnung tragen. Unsere vorrangige Intention ist es, Ärzten und Ärztinnen sowohl kompetent als auch unbürokratisch zur Seite zu stehen, um ihnen eine hoffnungsvolle Perspektive zu eröffnen.

Dass gerade diese Perspektive für Angehörige der Arztberufe oft nicht zu existieren scheint, wird aus Berichten wie dem folgenden deutlich:

"Nur zu gut erinnere ich mich an die Zeit, in der ich vollkommen verzweifelt und ohne jegliche Hoffnung auf Hilfe gewesen bin. Damals kämpfte ich mich lediglich noch von Tag zu Tag, unfähig, das gesamte Ausmaß meiner Erkrankung auch nur annähernd zu erfassen, unfähig aber auch, der Realität ins Auge zu sehen.
Die Realität war, dass ich mich zu der Zeit bereits seit vielen Jahren als heimlicher Opiat- und Opioidkonsument ständig zwischen adäquater Dosierung und Überdosis bewegte. Als Hochdosisabhängiger war ich an exorbitante Giftmengen gewöhnt, ohne die überhaupt nichts mehr funktionierte. Mit der ausreichenden Menge 'meines' Opioides im Blut gelang es aber über viele Jahre hindurch, meine Tätigkeit als Fachtierarzt für Pferde - als Oberassistent einer namhaften Pferdeklinik und später dann in eigener Praxis - erfolgreich auszuüben. Über viele Jahre hinweg bedeutete dies für mich allerdings auch, ein extrem anstrengendes und notvolles Doppelleben zu führen. Einerseits den fleißigen, leistungsorientierten und angesehenen Fachmann für Pferde darstellend, andererseits den Junkie in all seiner Abgründigkeit verbergend. Obwohl es etliche Gelegenheiten dazu gegeben hätte, bin ich weder in meiner Sucht untergegangen, noch durch einen erfolgreichen Suizidversuch aus dem Leben geschieden, wie dies bei etlichen Kolleg/en/innen häufig am Ende ihrer Suchtkarriere steht.
Wie ich heute weiß, bin ich kein exotischer Einzelfall, sondern einer von vielen Tausenden praktizierender Ärzte, die gleichzeitig substanzabhängig sind."

 

 
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